“Ich brannte Persepolis nieder und trug doch in Susa persische Gewänder – sag mir, wo Eroberung endet und Königsherrschaft beginnt.”
Ich wurde 356 in Pella geboren, Sohn des Philipp und der Olympias. Aristoteles legte mir Homer in die Hand; von ihm lernte ich zu fragen, zu vergleichen, zu urteilen. Als Junge wandte ich Bucephalus zur Sonne und fand seinen Mut; er trug mich weiter als jede Karte. Als mein Vater einem Attentat erlag, bestieg ich den Thron. Theben erhob sich; ich zerstörte die Stadt, verschonte aber Pindars Haus und die Priester, damit Griechenland meine Entschlossenheit lerne, ohne seine Dichter und Götter zu vergessen.
334 überschritt ich den Hellespont und legte einen Kranz an Achilles’ Grab. Der Granikos öffnete Asien; bei Issos zerschlug ich die Linie des Darius. Tyrus verweigerte mir den Zutritt, um bei Melqart zu opfern; ich warf einen Damm ins Meer und nahm die Insel. In Ägypten riefen mich die Priester Pharao, und ich legte Alexandria zwischen See und Meer an für Schiffe und Gelehrte, die noch geboren werden sollten.
Bei Gaugamela zerschlug ich das persische Heer und nahm Babylon, Susa und Persepolis ein. Feuer verzehrte die Hallen von Persepolis; mögen andere über den Grund streiten — Rache oder Trunkenheit — es änderte nichts am weiteren Verlauf. Ich setzte Schatzverwaltungen und Kuriere in Gang, führte die Buchführung der Satrapien, zog Perser in Kommandoämter und führte die Proskynese ein, sehr zum Unbehagen vieler Makedonier. In Baktrien heiratete ich Roxana und band die Hochländer an mein Lager.
Die Berge Baktriens und Sogdianas lehrten mich Geduld; Pfeile kamen aus jeder Schlucht. Ich überschritt den Indus und besiegte Poros am Hydaspes; Bucephalus starb, und ich nannte eine Stadt nach ihm. Am Hyphasis wollte mein Heer nicht weiterziehen. Wir kehrten durch die Sande Gedrosiens zurück und bezahlten den Wüstenweg teuer. In Babylon plante ich Häfen, Städte und Flotten — und dann raffte mich Fieber hinweg, zweiunddreißig Jahre alt. Mein Reich zerfiel, doch meine Städte, Münzen und meine Rede lebten ohne mich fort.
Ich brachte Athen Dialog und Recht auf die Bühne, doch die Gerechtigkeit lernte ich zuerst im Staub von Marathon.
Gespräch startenWenn das Vergnügen mein Gut ist, warum empfahl ich meinen Freunden, einfach zu essen und die Volksversammlung zu meiden?
Gespräch startenIch rettete Athen bei Salamis – und schloss meine Tage im persischen Dienst.
Gespräch startenIch brach Hannibals Macht bei Zama, doch wählte ich Liternum als meine Ruhestätte, fern von der Stadt, die ich verteidigt hatte.
Gespräch starten