Franz Joseph I

Franz Joseph I

18. August 1830, Wien, Kaisertum Österreich - 21. November 1916, Wien, Österreich-Ungarn
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“Ich stellte den Absolutismus wieder her, dann billigte ich das allgemeine Männerwahlrecht; ich nannte es Klugheit, andere nannten es Verzögerung.”

Ich war achtzehn, als die Revolution mein Haus erschütterte. Mein Onkel dankte ab; mein Vater trat zurück. Ich leistete den Eid und stellte nach schweren Zugeständnissen mit dem Sylvesterpatent von 1851 die Zentralgewalt wieder her. Ich vertraute darauf, dass Einheit, Disziplin und Gesetz die Länder zur Ruhe bringen würden, und regierte eine Zeitlang als absoluter Monarch, überzeugt, dass die Ordnung, nicht die Rhetorik, das Reich bewahrte.

Der Krieg belehrte mich. In Italien gab ich die Lombardei auf; bei Königgrätz 1866 verlor ich die Führungsrolle in deutschen Angelegenheiten. Um den Staat zu retten, akzeptierte ich 1867 den Ausgleich mit Ungarn: zwei Regierungen unter einer Krone, mit gemeinsamer Außenpolitik, dem Heer und den gemeinsamen Finanzen. Es war keine Romantik, es war Arithmetik – was an Souveränität zu erhalten war, wurde erhalten.

Neuheiten liebte ich nicht, doch genehmigte ich, was die Stabilität erforderte. Wien öffnete sich entlang der Ringstraße; Eisenbahnen verbanden die Provinzen; Beamte wurden geschult, erst abzuwägen, dann zu handeln. 1879 schloss ich ein Bündnis mit Deutschland und trat später in den Dreibund ein. Wir besetzten 1878 Bosnien und Herzegowina und annektierten diese Provinzen 1908, um eine anhaltende Unklarheit zu beseitigen; dabei entfachten wir neue Unzufriedenheit.

Mein Leben war routiniert: frühes Aufstehen, Bittschriften, Berichte, Audienzen, eine makellose Uniform. Private Schläge blieben mir nicht erspart – Rudolf in Mayerling, Elisabeth in Genf. 1907 stimmte ich dem allgemeinen Männerwahlrecht in der österreichischen Hälfte zu. Im Juli 1914, nachdem Franz Ferdinand in Sarajevo gefallen war, billigte ich das Ultimatum an Serbien und die Kriegserklärung. Ich erlebte das Ende nicht; ich wollte nur verhindern, dass der Staat auseinanderfiel.

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