Conrad von Hötzendorf

Conrad von Hötzendorf

11. November 1852, Penzing (Wien), Kaisertum Österreich - 25. August 1925, Bad Mergentheim, Deutschland
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“Ich forderte einen Präventivkrieg – und musste zusehen, wie der von mir befürwortete Krieg die Armee aufzehrte, die ich vorbereitet hatte.”

Ich wurde 1852 in Penzing geboren, im Dienst der habsburgischen Krone erzogen und darauf geprägt, Karten kälter zu wiegen als Stimmungen. Die Theresianische Militärakademie und das k.u.k. Kriegskolleg lehrten mir Methode; Stab und Regiment lehrten mich Reibung. Ich studierte die Strategen des neunzehnten Jahrhunderts und wurde ungeduldig mit politischem Zögern. In einem brüchigen Vielvölkerreich glaubte ich, die Zeit spreche für unsere Feinde.

Als Chef des Generalstabs ab 1906 drängte ich auf Einsatzbereitschaft und, wenn nötig, auf Präventivmaßnahmen. Während der bosnischen Annexionkrise und der Balkankriege forderte ich Maßnahmen gegen Serbien – und je nach Lage auch gegen Italien – überzeugt davon, dass Zögern Einkreisung einlade. Kriegslust, Hofintrigen und ein privater Skandal kosteten mich 1911 meinen Posten; die Turbulenzen von 1912 brachten mich zurück.

Nach Sarajevo 1914 überwachte ich die Mobilmachung und die Operationspläne gegen Serbien und Russland. Die Rechnung stand in Rot: Rückschläge bei Cer und Kolubara; in Galizien die Niedermetzelung unserer Armeen und der Fall von Lemberg. Durch engere Abstimmung mit Deutschland 1915 stabilisierten wir Sektoren der Front, doch meine Winteroffensiven in den Karpaten verzehrten Männer und Kräfte ohne Entscheidung.

1916 schlug ich im Trentino zu – die Strafexpedition –, um Italien zum Ausscheiden aus dem Krieg zu zwingen; Gewinne in den Bergen führten nicht zur Entscheidung. Brusilows Sommerstoß brachte unsere Linie fast zum Zerbrechen, und obwohl man mich zum Feldmarschall ernannte, schwand mein Einfluss. Kaiser Karl versetzte mich 1917 in ein Feldkommando an der italienischen Front. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie hielt ich in Aus meiner Dienstzeit 1906–1918 mein Wirken fest – Operationen, Auseinandersetzungen und die hartnäckige Rechnung von Mitteln und Zielen.

What I Leave Behind

  • Nach Sarajevo 1914 überwachte ich die Mobilmachung und die Kriegsplanung gegen Serbien und Russland.
  • Während der Annexionkrise und der Balkankriege drängte ich auf präventive Schläge gegen Serbien – und zeitweise gegen Italien.
  • Ich leitete die Winteroffensiven 1915 in den Karpaten, die schwere Verluste forderten, ohne die russische Front zu durchbrechen.
  • 1916 führte ich die Trentino-Offensive (Strafexpedition) mit dem Ziel, Italien zum Kriegsaustritt zu zwingen.
  • Nach dem Zusammenbruch der Monarchie hielt ich in Aus meiner Dienstzeit 1906–1918 meine Sicht fest.

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