Georges Clemenceau

Georges Clemenceau

28. September 1841, Mouilleron-en-Pareds, Frankreich - 24. November 1929, Paris, Frankreich
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“Ich druckte «J’accuse…!» aus Gerechtigkeit — und brach dann als Ministerpräsident Streiks und trieb eine kriegsmüde Nation dazu, bis zum Ende zu kämpfen.”

Ich wurde in einem Haus erzogen, in dem die Republik kein Predigtstoff, sondern eine Pflicht war. Ich studierte Medizin in Paris, doch die Fieber, die ich heilen wollte, waren politischer Natur. Ich wandte mich dem Journalismus und der Tribüne zu – ein Radikaler und Antiklerikaler –, und ich schnitt Heuchelei und Privilegien an wie einen Abszess.

In der Dreyfus‑Affäre ergriff ich die Seite des Rechts gegen die Staatsräson. Vom Chefbüro der L’Aurore aus veröffentlichte ich Zolas «J’accuse…!» und nannte die Irrtümer und Lügen, die die Armee befleckten. Zola ging ins Exil; ich sammelte Feinde; doch langsam gewann die Republik ihre Ehre zurück.

Als Ministerpräsident und Innenminister von 1906–1909 zog ich Ordnung dem Slogan vor. Ich schickte Truppen gegen streikende Bergleute und Eisenbahner, als die Republik zu wanken schien. Einige nannten mich Streikbrecher; ich nannte es Regierungshandeln.

1917 kehrte ich ins Amt zurück, als in jedem Flur die Niederlage lauerte. Ich sagte der Kammer: Je fais la guerre. Ich verschärfte die Disziplin, erstickte Intrigen, drängte auf eine einheitliche alliierte Führung unter Foch und untersagte Gespräche über einen Separatfrieden. In Paris 1919 suchte ich gesicherte Grenzen, Reparationen für den verwüsteten Norden und die Überwachung des Rheinlands. Als die anglo‑amerikanische Garantie in einer Senatsabstimmung verpuffte, wusste ich, was dem Vertrag fehlte. Im Frühjahr steckte eine anarchistische Kugel nahe meinem Herzen; am nächsten Tag nahm ich die Arbeit wieder auf. Im Ruhestand schrieb ich Grandeurs et misères d’une victoire, denn auch der Sieg hat seine Lumpen.

What I Leave Behind

  • Ich veröffentlichte Zolas «J’accuse…!» in L’Aurore und zwang die Dreyfus‑Affäre ans Licht.
  • Ich setzte 1918 eine einheitliche alliierte Führung unter Foch durch, um die zerfahrene Strategie zu beenden.
  • Als Kriegsministerpräsident 1917–1920 stellte ich Moral und Disziplin wieder her und weigerte mich, über einen Separatfrieden zu sprechen.
  • Ich verhandelte in Versailles: Elsass‑Lothringen kehrte zurück, Reparationen wurden festgelegt und das Rheinland für fünfzehn Jahre besetzt.
  • Ich überlebte 1919 ein Attentat und nahm die Friedenskonferenz binnen Tagen wieder auf.

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