Prinz Louis von Battenberg (Louis Alexander Mountbatten, 1. Marquess of Milford Haven)
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Prinz Louis von Battenberg (später Louis Alexander Mountbatten, 1. Marquess of Milford Haven) wurde 1854 in Graz in die morganatische Battenberg-Linie des Hauses Hessen geboren. Kosmopolitisch durch Geburt und Erziehung, trat er 1868 als Kadett in die Royal Navy ein und widmete sein Leben dem britischen Dienst. Seine frühe Laufbahn führte ihn rund um die Welt, wo er sich den Ruf technischer Kompetenz, klaren Denkens und eines gewissenhaften Herangehens an marinebezogene Probleme erwarb.
1884 heiratete er Prinzessin Viktoria von Hessen und bei Rhein, eine Enkelin von Königin Victoria, wodurch die Battenbergs weiter mit den europäischen Königshäusern und dem britischen Hof verflochten wurden. Er stieg beständig in den Rängen auf und zeichnete sich in Stabsfunktionen und der Nachrichtendienstarbeit aus, zuletzt als Direktor des Marinenachrichtendienstes (1902–1903). Er verband eine moderne Auffassung mit Respekt vor der Seemannschaft; Kollegen hoben seinen methodischen Verstand und seine kühle, höfliche Art hervor.
Als hoher Verwaltungsbeamter spielte Battenberg eine zentrale Rolle in der vordeutschen Entwicklung der Admiralität. Als Second Sea Lord trug er zur Professionalisierung der Personalpolitik bei; als First Sea Lord (1912–1914) arbeitete er mit dem First Lord of the Admiralty Winston Churchill zusammen, unterstützte die Schaffung des Kriegstabs der Admiralität und beaufsichtigte die Mobilisierungspläne der Royal Navy am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Seine Amtszeit betonte Bereitschaft, Lagebewertung durch Nachrichtendienste und kohärente Kriegsplanung für die weltweite Flotte.
Beim Ausbruch des Krieges 1914 jedoch löste seine deutsche Herkunft eine Pressekampagne und antideutsche Stimmung aus, die seine Stellung politisch unmöglich machten. Obwohl er standhaft loyal zu Großbritannien stand, trat er im Oktober 1914 als First Sea Lord zurück, um der Regierung Kontroversen zu ersparen. 1917, als das Königshaus deutsche Titel ablegte, nahm er den Familiennamen Mountbatten an und wurde zum Marquess of Milford Haven erhoben, was seine vollständige Identifikation mit Großbritannien symbolisierte.
Louis Mountbatten starb 1921 in London. Sein Vermächtnis lebt in den professionellen maritimen Strukturen weiter, die er mitgestaltete, und durch seine Familie: Zu seinen Kindern gehörten Prinzessin Alice von Battenberg (Mutter von Prinz Philip, Herzog von Edinburgh), Louise (später Königin von Schweden), George (2. Marquess of Milford Haven) und Louis (Earl Mountbatten of Burma), deren Staatskunst und Dienst den Namen Mountbatten weiter mit der britischen Geschichte des 20. Jahrhunderts verbanden.
Ausgewählte Beiträge
- First Sea Lord (1912–1914), verantwortlich für die völkerübergreifende Marine-Mobilisierung und Planung vor dem Krieg.
- Unterstützte die Einrichtung und Entwicklung des Kriegstabs der Admiralität (1912).
- Direktor des Marinenachrichtendienstes (1902–1903), förderte systematische Nachrichtendienstarbeit.
- Modernisierte Personal- und Ausbildungspraktiken als hoher Sea Lord vor dem Ersten Weltkrieg.
- Trug dazu bei, die anglo-navalische Einsatzbereitschaft während des Übergangs in das Dreadnought-Zeitalter aufrechtzuerhalten.