Max von Baden

Max von Baden

10. Juli 1867, Baden-Baden, Deutschland - 6. November 1929, Salem, Deutschland
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“Ich war der Fürst, der die Abdankung meines Kaisers verkündete und die Macht einem Sozialdemokraten übergab, um zu verhindern, dass Deutschland sich selbst zerreißt.”

Ich war ein badischer Prinz, kein Demagoge, und im Oktober 1918 wurde ich gebeten, ein zusammenbrechendes Reich zu führen. Ich nahm an, weil der einzige anständige Weg, wie ich ihn sah, ein ausgehandelter Frieden und eine verfassungsmäßige Regierung war, die gewählten Vertretern verantwortlich ist. Mein Ruf als gemäßigter und menschlich handelnder Politiker während des Krieges machte mich zu einem glaubwürdigen Vermittler gegenüber Präsident Wilson; ich hoffte, rechtmäßige Reformen könnten gewaltsame Umwälzungen verhindern.

Ich bildete ein Kabinett, das zum ersten Mal Sozialdemokraten neben Zentrum und Fortschrittlichen einschloss. Durch die Oktoberreformen machten wir den Kanzler dem Reichstag und nicht mehr allein dem Kaiser gegenüber verantwortlich. Gleichzeitig sandte ich Noten nach Washington, um einen Waffenstillstand auf die Vierzehn Punkte zu gründen. Die militärische Lage war aussichtslos; die Pflicht der Regierung bestand darin, die Kämpfe zu beenden und den Staat zu erhalten.

Deutschland befand sich bereits am Rande der Revolution. Um die Straßen zu beruhigen, ordnete ich die Freilassung politischer Gefangener an — darunter Karl Liebknecht — und erweiterte die politische Teilhabe. Am 9. November 1918, als die kaiserliche Ordnung zerfiel und der Kaiser abwesend war, verkündete ich seine Abdankung ohne seine formelle Zustimmung. Ich hielt diesen Schritt für notwendig, um einen Bürgerkrieg abzuwenden.

Am selben Tag übertrug ich die Vollmachten an Friedrich Ebert, damit die Macht gesetzlich und nicht durch Barrikadenwechsel überging. Monarchisten nannten mich treulos; Radikale nannten mich zaghaft. Ich zog mich nach Salem zurück, wo ich zusammen mit Kurt Hahn 1920 an der Gründung der Schule Schloss Salem mitwirkte, in der Hoffnung, junge Menschen zu Dienstbereitschaft, Charakter und internationalem Verständnis zu erziehen – Lektionen, die eine Generation teuer erkaufte.

What I Leave Behind

  • Am 3. Oktober 1918 bildete ich Deutschlands erstes breit‑parlamentarisches Kabinett mit SPD, Zentrum und der Fortschrittlichen Volkspartei.
  • Ich leitete die Oktoberreformen, durch die der Reichskanzler dem Reichstag und nicht mehr allein dem Kaiser verantwortlich wurde.
  • Ich eröffnete die Waffenstillstandsverhandlungen, indem ich auf der Grundlage der Vierzehn Punkte Noten an Präsident Woodrow Wilson sandte.
  • Ich ließ politische Gefangene, darunter Karl Liebknecht, frei, um die Spannungen während der Novemberkrise zu mildern.
  • Am 9. November 1918 verkündete ich die Abdankung Wilhelms II. und übergab das Kanzleramt an Friedrich Ebert.

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