Prinz Maximilian Alexander Friedrich Wilhelm von Baden (Max von Baden)

Prinz Maximilian Alexander Friedrich Wilhelm von Baden (Max von Baden)

10. Juli 1867, Baden-Baden, Deutschland - 6. November 1929, Salem, Deutschland

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Staatsmann Moderne Zeit Deutsch

Prinz Maximilian von Baden (allgemein bekannt als Max von Baden) trat in den letzten Wochen des Ersten Weltkriegs als letzter Reichskanzler Deutschlands hervor. Geboren in das regierende Haus des Großherzogtums Baden, erwarb er sich den Ruf der Mäßigung, Humanität und der Verfassungsreform. Als Deutschland im Herbst 1918 militärisch zusammenbrach und innenpolitisch erschüttert war, wurde er berufen, eine Regierung zu führen, die Frieden verhandeln und die Revolution entschärfen konnte.

Am 3. Oktober 1918 zum Kanzler ernannt, bildete Max ein in weiten Teilen parlamentarisch ausgerichtetes Kabinett, in dem Mitglieder der Sozialdemokraten (SPD), des Zentrums und des Fortschrittlichen Lagers vertreten waren. Unter seiner Führung setzte die Regierung die Oktoberreformen durch, wodurch der Kanzler dem Reichstag und nicht mehr ausschließlich dem Kaiser gegenüber verantwortlich wurde – ein Wendepunkt in der verfassungsrechtlichen Entwicklung Deutschlands. Gleichzeitig strebte er einen Waffenstillstand an und richtete Noten an den US-Präsidenten Woodrow Wilson, um den Frieden auf die Vierzehn Punkte zu gründen.

Im Bewusstsein der Gefahr einer gewaltsamen Revolution bemühte sich Max von Baden, die Lage zu beruhigen, indem er politische Gefangene freiließ, darunter Karl Liebknecht, und die politische Teilhabe erweiterte. Am 9. November 1918, als die imperiale Ordnung zerfiel, verkündete er die Abdankung Kaiser Wilhelms II. und – ohne auf die formelle Zustimmung des Monarchen zu warten – traf er eine Maßnahme, die er für unerlässlich hielt, um die Ordnung zu wahren.

In der entscheidenden Tat seiner kurzen Kanzlerschaft übergab Max von Baden die Macht an Friedrich Ebert, den SPD-Vorsitzenden, und ermöglichte so einen vergleichsweise friedlichen Übergang vom Kaiserreich zur Republik. Zwar wurde er von Monarchisten wegen Nachgiebigkeit und von Radikalen wegen angeblicher Zurückhaltung kritisiert, doch trugen seine Entscheidungen dazu bei, größere Blutvergießen in einem Moment nationaler Zerreißproben zu verhindern.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt zog sich Max auf Schloss Salem zurück und engagierte sich für Bildungs- und Wohlfahrtszwecke. In enger Zusammenarbeit mit dem Reformer Kurt Hahn förderte er die Entwicklung der Schule Schloss Salem (gegründet 1920) und setzte sich für Charakterbildung, staatsbürgerliche Verantwortung und internationales Verständnis ein – Grundsätze, die durch die Katastrophen seiner Zeit geprägt waren.

Wesentliche Vermächtnisse

  • Leitete die Oktoberreformen 1918, die die deutsche Regierung dem Reichstag verantwortlich machten.
  • Initiierte Waffenstillstandsverhandlungen auf Grundlage von Wilsons Vierzehn Punkten.
  • Verkündete die Abdankung Wilhelms II. und übergab die Macht an Ebert, wodurch die weitgehend friedliche Entstehung der Weimarer Republik ermöglicht wurde.
  • Förderte humanitäre Hilfe und Bildungsreformen, insbesondere die Gründung der Schule Schloss Salem.