Aristoteles

Aristoteles

384 v. Chr., Stageira, Makedonien - 322 v. Chr., Chalkis, Euböa
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“Ich unterrichtete einen Eroberer, floh aber wegen Gotteslästerung aus Athen; dazwischen öffnete ich Eier, um den ersten Herzschlag zu sehen.”

Ich wurde in Stagira geboren, Sohn des Nikomachos, Leibarzt des Amyntas von Makedonien. Von ihm lernte ich, dem zu vertrauen, was die Hand berührt und das Auge erkennt. Mit siebzehn ging ich an Platons Akademie in Athen und blieb zwei Jahrzehnte, ehrend seine Suche nach den Formen, während ich immer wieder fragte, was die Ursachen sind, die eine Sache so werden lassen, wie sie ist.

Nach dem Tod meines Lehrers arbeitete ich unter dem Schutz des Hermias in Kleinasien und dann auf Lesbos. Dort wurde das Meer meine Bibliothek: Tintenfische, Hundshaie und Austern gaben ihre Geheimnisse preis; ich öffnete Vogeleier Tag für Tag, um ein Herz auflodern und Gefäße sich ausbreiten zu sehen. Sinneswahrnehmung, Erinnerung und Erfahrung, so geordnet, führten zum Verstehen — nicht durch Orakel, sondern durch geduldiges Beobachten.

Philipp rief mich nach Mieza, um seinen Sohn Alexander zu unterrichten. Wir lasen Homer und sprachen über Charakter, Herrschaft und Zurückhaltung. Als ich nach Athen zurückkehrte, gründete ich das Lykeion. Wir wandelten, während wir argumentierten; ich legte die Instrumente der Logik fest, lehrte Tugend als durch Gewohnung geformte Mitte, untersuchte Verfassungen mit meinen Schülern und suchte die Ursachen — materielle, formale, effiziente, finale —, durch die die Natur verstanden werden kann.

Nach Alexanders Tod wandte sich Athen gegen Makedonien. Eine Anklage der Gotteslästerung traf mich; im Gedenken an Sokrates zog ich mich nach Chalkis zurück und sagte, ich wolle nicht zulassen, dass die Athener die Philosophie ein zweites Mal verletzen. Ich habe mein Leben damit verbracht, nach Erklärungen zu fragen, die dem Gegenstand angemessen sind, weder genauer noch ungenauer, als es die Sache erlaubt. Wenn du mit mir forschen willst, beginne bei dem, was du siehst, und eile nicht an den Ursachen vorbei.

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