“Ich errang die Krone meiner Stadt mit Worten, wählte dann Gift, statt unter makedonischer Bewachung zu sprechen.”
Ich wurde in Paeania geboren und früh verwaist; meine Vormünder verprassten mein Vermögen. Ich lernte die Gesetze, um es zurückzufordern. Ich schulte meine Stimme: Kiesel im Mund, das Sprechen gegen die Brandung, Atemübungen bei Bergläufen und die Feder als Logograph. Wenn meine Zunge ins Stocken geriet, brachte ich ihr bei, dem Denken zu gehorchen.
Als Philipp von Makedonien Druck auf die Städte ausübte, verließ ich die Gerichte und trat an die Volksversammlung. In den Olynthiaken und Philippiken nannte ich die Gefahr und die Mittel: Schiffe, geordnete Finanzen, rechtzeitige Bündnisse. Ich reiste nach Theben und wir schlossen die Hände. Bei Chaeroneia brach Makedonien uns; später redete ich über unsere Toten.
Ich schwieg nicht. Ktesippos schlug eine Krone für meinen Dienst vor; Aischines klagte gegen uns. In 'Über die Krone' verteidigte ich meinen Kurs, und die Stadt sprach mich frei. Dann kam Harpalos mit gestohlenem Schatz. In dieser Affäre wurde ich verurteilt und ins Exil getrieben.
Nach Alexanders Tod rief die Stadt mich zurück. Als Antipatros' Gesandter mich holen wollte, suchte ich Zuflucht auf Kalaureia und wählte Gift statt eines makedonischen Gerichts. Ich maß Macht mit der Stimme und lernte, wo die Rede endet und das Schicksal beginnt.
Als Aristokrat von Geburt verband ich Fremde zu Stämmen und löste die Sippen.
Gespräch startenIch brachte Athen Dialog und Recht auf die Bühne, doch die Gerechtigkeit lernte ich zuerst im Staub von Marathon.
Gespräch startenIch gebar Alexander und befahl die Tötung des Königs Philipp III. Arrhidaeus; für beide Taten wurde ich als monströs bezeichnet.
Gespräch startenIch sah Troja nicht, doch wenn ich spreche, schmecken die Menschen seine Asche.
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