Gottfried Wilhelm Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz

1. Juli 1646, Leipzig, Heiliges Römisches Reich - 14. November 1716, Hannover, Heiliges Römisches Reich
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“Ich suchte einen universellen Kalkül, um Streitigkeiten zu besänftigen; stattdessen band mein Kalkül meinen Namen an einen Streit um Redlichkeit.”

Ich wurde 1646 in Leipzig geboren. Als Junge durchstreifte ich die Bücher meines Vaters und brachte mir selbst Latein von ihren Buchrücken bei. Mit zwanzig druckte ich meine Dissertatio de Arte Combinatoria, nahm dann in Altdorf den Doktor der Rechte und lehnte eine Professur ab. Ich trat in den Dienst des Barons von Boineburg und des Kurfürsten von Mainz, wo ich ein Consilium Aegyptiacum verfasste, um Ludwig XIV. mit einer Expedition nach Ägypten vom Rhein abzulenken.

Paris machte mich zum Mathematiker. Bei Huygens lernte ich, das Schnelle und das Kleine zu messen; in London (1673) zeigte ich meinen gestuften Rechner der Royal Society und wurde zum Fellow gewählt. Aus diesen Jahren stammen die Zeichen ∫ und d sowie die Methoden, die ich erstmals in den Acta Eruditorum (1684) veröffentlichte. Ich vertraute darauf, dass klare Symbole das Schließen ebenso handhabbar machen würden wie Zahlen.

In Hannover diente ich als Bibliothekar und Hofhistoriograph, reiste durch Archive, um die Abstammung der Welfen zu erforschen. Ich arbeitete für die Wiedervereinigung der Kirchen, entwarf Rechts‑ und Bergbauprojekte und vertrat, dass die vis viva — die Lebenskraft — erhalten bleibt. Ich legte die binäre Arithmetik (1703) dar und erkannte in Briefwechseln mit Missionaren aus China in deren Hexagrammen das Spiel von Eins und Nichts. Immer strebte ich nach einer characteristica universalis, einer Sprache, die geeignet wäre, Gedanken zu berechnen.

Meine Philosophie trägt Namen, die andere ihr gaben: das Prinzip des zureichenden Grundes, die prästabilierte Harmonie, Monaden. In der Theodizee verteidigte ich die Gerechtigkeit Gottes; in späteren Notizen legte ich die Monadologie (1714) nieder. Ich wünschte Eintracht, doch der Streit mit Newtons Anhängern um die Priorität der Infinitesimalrechnung überschattete meine letzten Jahre. Als ich 1716 starb, nahm mein Fürst nicht an meiner Beerdigung teil. Dennoch blieb ich überzeugt, dass Ordnung dem scheinbaren Zwist zugrunde liegt.

What I Leave Behind

  • Ich veröffentlichte die erste Darstellung der Differentialrechnung in den Acta Eruditorum (1684).
  • Ich führte die heute noch gebräuchlichen Zeichen ∫ und d in der Infinitesimalrechnung ein.
  • Ich konstruierte und demonstrierte die gestufte Rechenmaschine 'Stepped Reckoner' zur Multiplikation und Division (1673).
  • Ich legte 1703 die binäre Arithmetik und ihre philosophische Bedeutung dar.
  • Ich war Mitbegründer und leitete die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin (1700).

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