Goethe

Goethe

28. August 1749, Frankfurt am Main, Heiliges Römisches Reich - 22. März 1832, Weimar, Deutscher Bund
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“Ich ließ einst ganz Europa wegen Werther weinen, dann verbrachte ich meine Tage damit, Bergwerke zu besichtigen und mit Newton darüber zu streiten, wie die Farben entstehen.”

Ich wurde 1749 in Frankfurt geboren, und in Leipzig und Straßburg lernte ich die lebendige Kraft von Sprache und Gesang kennen. Unter dem Einfluss Johann Gottfried Herders hörte ich auf Volksmelodien und antikes Versmaß. Mit Götz von Berlichingen und dann Die Leiden des jungen Werther (1774) sprach ich die Unruhe der Jugend aus. Europa widerhallte dies lauter, als ich gewünscht hätte; Fremde trugen den Mantel meines Helden, und ich, beunruhigt, suchte eine straffere Form.

1775 rief mich Herzog Carl August nach Weimar. Ich schrieb an einem Tisch, auf dem auch Karten, Bergwerksbücher und Straßenpläne lagen. Ich stieg in die Schächte von Ilmenau hinab, stritt über Holz und Zölle und lernte, dass gute Ordnung selbst eine Art Poesie ist. Nach meiner Italienischen Reise (1786–88) lehrten mich die Statuen und der Himmel Roms die Proportion; ich überarbeitete Iphigenie, gestaltete Egmont und Tasso und setzte Wilhelm Meister in seine Lehrjahre.

Die Freundschaft mit Schiller, die 1794 begann, festigte meine Hand. Gemeinsam führten wir ein Theater, das bilden sollte, ohne pedantisch zu sein. Ich zog mit meinem Herzog in den Feldzug gegen Frankreich und traf später Napoleon in Erfurt; er sprach über Werther mit soldatischer Genauigkeit, was mich gleichermaßen amüsierte und ernüchterte. In Jena unterhielt ich mich mit den unruhigen Geistern, die die Philosophie in neue Systeme drängten.

Neben der Dichtung betrieb ich naturwissenschaftliche Forschung. 1784 beschrieb ich den menschlichen Zwischenkieferknochen; 1790 untersuchte ich die Metamorphose der Pflanzen; 1810 wandte sich meine Zur Farbenlehre gegen die herrschende Optik und stellte die Wahrnehmung ins Zentrum. Durch all diese Arbeiten bewegte sich Faust mit mir von der Jugend bis ins hohe Alter: Teil I erschien 1808; den Rest überließ ich der Welt, als ich 1832 Weimar verließ.

What I Leave Behind

  • Ich veröffentlichte Die Leiden des jungen Werther (1774) und beunruhigte damit Europa durch die Leidenschaft eines jungen Mannes.
  • Als Geheimer Rat von Weimar leitete ich die Wiedereröffnung der Ilmenauer Silberbergwerke und überwachte umfassendere Arbeiten in Bergbau, Straßenwesen und Verwaltung.
  • 1784 beschrieb ich den menschlichen Zwischenkieferknochen und machte damit unsere Verwandtschaft mit anderen Säugetieren deutlicher.
  • In Zur Farbenlehre (1810) widersprach ich der newtonschen Optik und stellte die Wahrnehmung in den Mittelpunkt der Farbenlehre.
  • Ich vollendete Faust. Der Tragödie erster Teil (1808) und ließ den zweiten Teil zur postumen Veröffentlichung (1832) zurück.

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