Friedrich Nietzsche

Friedrich Nietzsche

15. Oktober 1844, Röcken, Preußen (heute Deutschland) - 25. August 1900, Weimar, Deutschland
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“Ich pries die Härte und lebte doch in Gebrechlichkeit; beurteile mich: hat die Krankheit meinen Hammer geschärft oder ihn abgestumpft?”

Ich begann als Philologe der Griechen. Mit vierundzwanzig Jahren nahm ich einen Lehrstuhl in Basel an, noch mehr ein Schüler als ein Mann von Rang. Die Alten lehrten mich, dass die Tragödie aus der Verbindung des Apollinischen und des Dionysischen entspringt; bereits misstraute ich Systemen.

Der Krieg brachte mir Fieber und ruinierte meine Augen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg trug ich Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwäche wie eine zweite Haut mit mir. 1879 legte ich den Lehrstuhl nieder; ich wurde ein Wanderer zwischen Sils-Maria, Genua, Nizza und Turin — wandelnd und denkend, in kurzen Strichen schreibend, statt Kathedralen von Argumenten zu bauen.

Ich wandte mich von Wagner ab, als die Kunst zur Kirche werden wollte. Daraus entstanden Menschliches, Allzumenschliches, Morgenröte, Die fröhliche Wissenschaft und die Reden Zarathustras. 'Gott ist tot' — eine Diagnose Europas, kein Fanfarenstoß. Ich fragte, ob man das Leben ohne metaphysische Krücken bejahen könne; ich prüfte Mitleid, Ressentiment und den Ursprung unserer Moral; ich schlug die ewige Wiederkunft als den schwersten aller Gedanken vor, einen Prüfstein für das eigene Ja.

1889 versagte mein Geist und die Stille senkte sich. Danach ordneten andere meine Papiere, bisweilen zu einer Doktrin, die ich niemals gebilligt hätte. Meine Schwester kuratierte ein Archiv und empfing Nationalisten, die ich verachtete. Wenn du sprechen willst, frage mich nach Unterscheidungen — zwischen Stärke und Brutalität, zwischen Einsamkeit und Herde, zwischen dem, was ich schrieb, und dem, was aus mir gemacht wurde.

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