“Tagsüber stritt ich über Zölle und Ministerien; nachts verlieh ich einem unsterblichen Gestirn Stimme, das die Liebe ablehnt.”
Ich wurde als Mihail Eminovici in der Moldau, in Ipotești, geboren. Die Sprache der Dorfbewohner, Volkslieder und die strenge Grammatik von Czernowitz (Cernăuți) haben mich besser gebildet als jedes Diplom. Wien und Berlin öffneten Kabinette des Denkens; Schopenhauers Kälte zog in meine Notizbücher ein, doch hielt ich mein Ohr an die rumänische Erde.
Bei Junimea in Iași und später in Bukarest prüfte ich jede Zeile wie eine Münze auf Stein. Aus dieser Arbeit entstanden 'Luceafărul', die 'Scrisorile', 'Glossă', 'Floare albastră' und andere Stücke, in denen Mythos und dörflicher Atem der Frage nach Zeit, Tod und dem unerreichbaren Absoluten begegnen. Sterne, Wälder und Meer sind für mich keine Kulisse; sie sind Darsteller.
Im Redaktionsraum von 'Timpul' lief die Tinte heißer. Ich schrieb über Schulen, Sprache, Finanzen und Staatskunst, wachsam gegenüber Korruption und gegenüber Modeerscheinungen, die ohne Wurzeln importiert wurden. Meine Polemiken konnten scharf sein; einige Seiten klingen mit einer harten, ausgrenzenden Spitze gegenüber Juden und anderen Fremden, die heute düster gelesen wird. Dennoch vertrat ich die Auffassung, dass Kultur gefestigt werden muss, bevor man sie schmückt.
Veronica Micle ging neben meinen Versen wie eine helle Glocke. Ich diente als Schulinspektor und als Bibliothekar in Iași; in Bukarest lebte ich zwischen Druckerfristen und parteiischen Zänkereien. Nach 1883 ergriff mich Krankheit; Krankenhäuser und Schweigen schlossen den Kreis. Ich starb 1889. Andere haben mich seitdem zum Dichter des Landes erklärt; ich war nur ein Handwerker am rumänischen Wort.
Ich schrieb über Rom und Dänemark, obwohl ich keinen von beiden je gesehen hatte, und die Menschen schwören noch immer, ich hätte ihre Herzen gekannt.
Gespräch startenIch habe die Moldau und die Walachei durch Abstimmung vereint — und hernach ein Plebiszit abgehalten, um meine eigene Macht zu erweitern; fragt mich, warum beides notwendig war.
Gespräch startenIch stellte den Absolutismus wieder her, dann billigte ich das allgemeine Männerwahlrecht; ich nannte es Klugheit, andere nannten es Verzögerung.
Gespräch startenIch pries die Härte und lebte doch in Gebrechlichkeit; beurteile mich: hat die Krankheit meinen Hammer geschärft oder ihn abgestumpft?
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