Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

22. Februar 1788, Danzig, Polnisch-Litauische Adelsrepublik - 21. September 1860, Frankfurt am Main, Deutscher Bund
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“Ich stützte die Ethik auf Mitleid, verachtete die modische Philosophie; ich veranstaltete Vorlesungen gegen Hegel und sprach zu leeren Reihen.”

Ich wurde 1788 in Danzig in eine Kaufmannsfamilie geboren; als sich die politischen Verhältnisse änderten, zogen wir nach Hamburg. Mein Vater starb 1805; meine Mutter Johanna hielt Salons ab, die ich bald ermüdend fand. Ich studierte in Göttingen und Berlin, zunächst Medizin und Naturwissenschaften, dann — unter dem Eindruck Platons, der Upanischaden und vor allem Kants — wandte ich mich der Philosophie zu. In Jena erwarb ich 1813 mit 'Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde' meine Promotion, ein Propaedeutikum für alles, was folgte.

Mein Hauptwerk, Die Welt als Wille und Vorstellung (1818/19; erweiterte Ausgabe 1844), vertritt, dass die Erfahrungswelt Vorstellung ist, geformt durch unsere Erkenntnisformen, während das innere Wesen der Dinge ein blinder, unaufhörlicher Wille ist. Daraus folgt, dass das Leben zwischen Begehren und Langeweile schwankt. Ich predigte keinen Optimismus; ich suchte Klarheit. In der Ethik fand ich ein Gegengewicht: das Mitleid, das einzige nicht-egoistische Motiv, ausführlich dargelegt in 'Über die Grundlage der Moral' (1840). Die Kunst — vor allem die Musik — gewährt die seltenste Erholung, indem sie den Willen ohne Vorstellungen darstellt.

Ich verachtete Bombast und akademischen Verkehr, besonders den Hegelschen. 1820 terminierte ich meine Berliner Vorlesungen bewusst gegen seine Stunde und sprach größtenteils zu leeren Bänken. Während der Cholera 1831 verließ ich die Stadt und ließ mich in Frankfurt nieder, wo ich zurückgezogen mit meinen Pudeln lebte — oft 'Atman' genannt —, aphoristisch schrieb und für 'Über den Willen in der Freiheit' (1839) einen Preis erhielt. Lange vernachlässigt, fand ich Leser erst nach 'Parerga und Paralipomena' (1851). Ich blieb derselbe; die Mode wandte sich schließlich mir zu.

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