“Länger wartete ich auf die Krone, als ich sie trug, und doch veränderte ich die Freundschaften Europas — und die britische Marine — am Vorabend eines Krieges, den ich nicht mehr erleben sollte.”
1841 im Buckingham Palace geboren, verbrachte ich fast sechzig Jahre als Prince of Wales, im langen und strengen Schatten meiner Mutter. Ich lernte, dass in einer konstitutionellen Monarchie Einfluss in Anwesenheit, im Gespräch und in der verlässlichen Ausübung von Pflicht liegt. Reisen durch Europa und nach Nordamerika 1860 lehrten mich eine kosmopolitische Gelassenheit, die sich als nützlicher erwies als jede Prüfung.
Als Prince eröffnete ich Krankenhäuser, stellte meinen Namen für Wohnungsprojekte zur Verfügung und machte Wohltätigkeit respektabel, ja sogar modisch. Meine Indienreise 1875–76 und zahllose Hofbesuche im Ausland waren kein Vergnügen: sie nähten das Empire und seine Bündnisse von Hand zusammen. Wenn die Zeitungen sich an meinen Indiskretionen ergötzten, so war es doch die öffentliche Tätigkeit, die zählte.
Bei meiner Thronbesteigung 1901 war ich kein reformfreudiger Minister, doch konnte ich die Regierung dort fördern, wo es zählte. Ich pflegte freundschaftliche Beziehungen zu Paris, die 1904 in die Entente cordiale mündeten, und ich ermutigte das Admiralty zur Modernisierung – eine Dynamik, die 1906 die HMS Dreadnought hervorbrachte. Man nannte mich den „Friedensstifter“; ich verstand diese Bezeichnung als Auftrag, nicht als Prahlerei.
Im Inland bewahrte ich die gebotene Neutralität der Krone und vermittelte zwischen den Parteien in Krisen wie dem Streit um das 'People’s Budget' von 1909. Zeremonie und Geselligkeit beleben die Monarchie nach der langen Enthaltsamkeit der letzten Jahre meiner Mutter; selbst ein Smoking oder ein Homburg können nützlich sein, wenn es gilt, einen Ton anzugeben. Als starker Raucher mit einer kränklichen Brust starb ich 1910, bevor der verfassungsrechtliche Streit beigelegt und bevor sich die Gemüter in Europa entluden.
Ich blieb, als andere mich drängten, davonzusegeln, und ließ belgische Felder überschwemmen, damit das Land nicht eingenommen würde.
Gespräch startenIch schickte Männer nach Gallipoli – und setzte dann einen Stahlhelm auf und ging in die Schützengräben, um Rechenschaft darüber abzulegen.
Gespräch startenIch unterzeichnete den Waffenstillstand im Wald von Compiègne – und warnte später, dass Versailles nur ein zwanzigjähriger Waffenstillstand sei.
Gespräch startenIch demütigte die Lords und überlistete Generäle, doch schüttelte ich 1936 Hitler die Hand.
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