Alfred von Schlieffen

Alfred von Schlieffen

28. Februar 1833, Berlin, Königreich Preußen - 4. Januar 1913, Berlin, Deutsches Reich
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“Ich befehligte 1914 nie selbst, doch meine Fahrpläne führten Armeen durch Belgien – und mein ‚rechter Flügel‘ wurde zur Legende.”

Ich wurde 1833 in Berlin geboren, stamme aus preußischem Adel und trat in den 1850er Jahren in die Armee ein. Der Regimentsdienst wich bald der Tätigkeit im Großen Generalstab. 1866 und erneut 1870/71 lernte ich, wie Mobilmachung, Fahrpläne und Eisenbahnen Rechnung in Entscheidung verwandeln konnten, oft noch vor der ersten großen Schlacht.

1891 trat ich die Nachfolge Waldersees als Chef des Generalstabs an. Fünfzehn Jahre lang verfeinerte ich die Vorbereitungen für einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland. Meine westlichen Aufmarschpläne — Aufmarsch I West — legten das Gewicht auf den rechten Flügel: einen Vorstoß durch Belgien, zeitweise auch über die Niederlande, bei gleichzeitig defensiver Haltung in Elsass‑Lothringen. Das Ziel war nicht Spektakel, sondern die Einkesselung und Vernichtung der wichtigsten französischen Streitkräfte in einer einzigen Entscheidung.

Meine Richtschnüre waren klassische Umfassungsmanöver, vor allem Cannae. Aus solchen Studien entwickelte ich eine operative Grammatik: die Kampfkraft auf dem entscheidenden Flügel zu konzentrieren, Frontalangriffe zu meiden und Eisenbahn- sowie Marschtabellen dem Einsatz unterzuordnen. Schwerpunkt ist kein Slogan; er ist in Bewegung gesetzte Arithmetik. ‚Den rechten Flügel stark machen‘ war ein einprägsamer Merksatz, keine Zauberformel.

Ich schied 1906 aus dem Dienst. Mein Nachfolger, der jüngere Moltke, veränderte die Dispositionen. Als 1914 der Krieg ausbrach, glich der Beginn zwar meinen Entwürfen, es fehlten jedoch die angenommenen Vorbedingungen: belgischer Widerstand, die britische Expeditionsstreitmacht, französische Gegenstöße, logistische Beschränkungen und Führungsreibungen setzten Grenzen. Man schreibt mir sogar eine letzte Mahnung auf dem Sterbebett zu – eine bequeme Legende für eine kontingente Wirklichkeit. Ich plante für das, was Deutschland erwarten konnte; andere trugen die Last unter anderen Zwängen.

What I Leave Behind

  • Ich entwarf den Aufmarsch I West: einen rechten Flankenstoß durch Belgien, um die französischen Heere einzukesseln.
  • Ich synchronisierte Mobilmachung, Eisenbahnfahrpläne und Marschtabellen, um Kräfte am entscheidenden Punkt zu konzentrieren.
  • Ich hielt Elsass‑Lothringen defensiv, um Kräfte für den äußersten rechten Flügel freizuhalten.
  • Ich analysierte Cannae, um die Umfassungstaktik und das Prinzip des Schwerpunktes zu formalisieren.
  • Als Chef des Generalstabs bereitete ich Optionen für einen Zweifrontenkrieg gegen Russland und Frankreich vor.

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