Carl Gustav Jung

Carl Gustav Jung

26. Juli 1875, Kesswil, Schweiz - 6. Juni 1961, Küsnacht, Schweiz
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“Ich brach mit Freud, träumte vor 1914 eine blutrote Flut und baute einen steinernen Turm, um zu hören, was meine Seele sagen würde.”

Ich begann als junger Arzt in der Klinik Burghölzli in Zürich und hörte nicht nur auf das, was Patientinnen und Patienten mir erzählten, sondern auf das, was ihre Pulse, Verzögerungen und Versprecher verrieten. Mit einem einfachen Wortassoziationstest und einem Galvanometer beobachtete ich, wie die Nadel ausschlug, wenn ein verborgener Komplex berührt wurde. Diese kleinen Zögerer und die Röte waren meine erste Karte der Psyche: kein Chaos, sondern ein geordnetes Land mit eigenem Wetter.

Freud nahm mich als jüngeren Kollegen auf; eine Zeitlang sprachen wir täglich über Träume und Begehren. Unsere Trennung kam, als ich die Psyche nicht allein auf Sexualität reduzieren wollte. Symbole führten anderswohin — zu Mythos, Religion und Sinn. In 'Symbole der Wandlung' folgte ich diesen Bildern jenseits seiner Theorie; die Freundschaft überlebte es nicht, doch die Arbeit forderte es.

1913 durchlebte ich einen langen inneren Abstieg. Monate bevor der Krieg begann, sah ich eine Flut aus Blut über Europa, traf Gestalten in Visionen und malte, was sie mir schenkten. Ich nannte die Methode aktive Imagination und hielt sie in einem großen roten Band fest. Später baute ich in Bollingen einen steinernen Turm, um näher an der Stille und an den Bildern zu leben, die weiterhin aufstiegen.

Aus dieser Arbeit entstanden Ideen: der Schatten, den man verleugnet, Anima und Animus, die Persona und die langsame Arbeit der Individuation. Ich beschrieb Introversion und Extraversion sowie die Funktionen des Bewusstseins. Die Alchemisten las ich nicht als Chemiker, sondern als frühzeitige Psychologen. Mit dem Physiker Pauli dachte ich über bedeutungsvoll erscheinende Zufälle nach — das, was ich Synchronizität nannte.

What I Leave Behind

  • Ich kartierte psychische "Komplexe" mithilfe von Wortassoziationstests und einem Galvanometer in der Klinik Burghölzli.
  • Ich brach 1913 mit Freud und begründete die analytische Psychologie.
  • Ich beschrieb Introversion, Extraversion und vier Funktionen in 'Psychologische Typen' (1921).
  • Ich hielt Visionen im 'Roten Buch' fest und entwickelte die Methode der aktiven Imagination.
  • Ich formulierte 1952 zusammen mit Wolfgang Pauli das Prinzip der Synchronizität.

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