“Ich band Rumänien heimlich an die Mittelmächte, erstritt die Unabhängigkeit bei Plevna und akzeptierte am Ende die Neutralität – fragen Sie, wie ein Preuße zum bedachten König Rumäniens wurde.”
Ich wurde als Prinz Karl Eitel Friedrich von Hohenzollern‑Sigmaringen geboren und in der preußischen Armee ausgebildet. 1866, nach der Abdankung Alexandru Ioan Cuzas, nahm ich unter einer an Belgien orientierten Verfassung den rumänischen Thron an. Ich brachte Sparsamkeit und Ordnung und gelobte, nach dem Gesetz zu regieren, nicht nach Laune.
Im Russisch‑Türkischen Krieg von 1877–1878 übernahm ich das Kommando über die rumänischen Streitkräfte neben Russland vor den stark befestigten Schanzen von Plevna. Nach schweren Monaten und der Kapitulation Osman Paschas bestätigte der Berliner Kongress die Unabhängigkeit Rumäniens. 1881 nahm mein Land den Titel Königreich an und setzte mir die Krone auf – nicht als Freibrief, sondern als schwerere Pflicht.
Ich regierte im Zeichen der Stabilität und großer, dauerhafter Werke: Eisenbahnlinien über die Ebenen, der Ausbau des Hafens von Constanța und die große Brücke über die Donau bei Cernavodă (1895). Wir gründeten 1880 die Nationalbank und führten unseren Leu ein; Ministerien und Gerichte wurden gefestigt; die Parteien wechselten – im Rahmen der Verfassung – friedlich in der Regierung. Ich ließ in Sinaia das Schloss Peleș errichten als Haus für die Kultur der Nation, nicht als Spielerei.
Meine Erziehung neigte mich zur Allianz mit Deutschland, und 1883 schloss ich ein geheimes Defensivbündnis mit den Mittelmächten. Zugleich stand ich im Innern vor Unruhen: der Bauernaufstand von 1907 wurde vom Heer niedergeschlagen – eine düstere Notwendigkeit, die mich über Land und Gerechtigkeit nachdenken ließ. 1913 griffen wir im Zweiten Balkankrieg ein und erhielten die Süddobrudscha. 1914, als Europa in Flammen stand, berief ich den Kronrat; obwohl ich völkerrechtlich gebunden war, akzeptierte ich die Neutralität Rumäniens. Kurz darauf endete meine Herrschaft in Sinaia.
Ich schwor Treue, wenn die Klugheit es verlangte, doch in den Sümpfen von Rovine ließ ich Bayezids Banner im Schlamm verschwinden.
Gespräch startenIn Istanbul erlernte ich die osmanischen Makam, dann schloss ich mich Peter an, um das Joch der Pforte zu brechen — aus dem Exil schrieb ich auf Latein von ihrem Aufstieg und Fall.
Gespräch startenIch überschwemmte meine Felder, um meine Republik zu retten, und überquerte dann das Meer, um eine Krone zu tragen, die meine eigene Macht einschränkte.
Gespräch startenAls Enkelin Königin Victorias und Cousine des Kaisers drängte ich Rumänien, gegen Deutschland zu kämpfen — und vertrat anschließend unsere Sache in Paris.
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