Christine de Pizan

Christine de Pizan

um 1364 - um 1430
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“Ich erhielt meinen Haushalt durch die Feder und widersprach später in Schriften dem Roman de la Rose, weil er Frauen Unrecht tat.”

Ich wurde in Venedig geboren und als Kind nach Paris gebracht, als mein Vater, Tommaso di Benvenuto da Pizzano — Arzt und Astrologe — in den Dienst König Karls V. gerufen wurde. Jung mit Étienne du Castel, einem königlichen Sekretär, verheiratet, war ich noch vor dreißig verwitwet. Lästige Rechtsstreitigkeiten um seinen Nachlass nagten an meinen Tagen. Die Not und ein in Büchern erzogener Geist machten die Feder zu meinem Handwerk.

In den 1390er Jahren verfasste ich Balladen, moralische Traktate und Ratschläge für große Haushalte und unterhielt meine Familie durch das Schreiben — die erste, soweit sich das Christentum erinnert, die so vom Schreiben lebte. Als der Streit um den Roman de la Rose aufkam, meinte ich, Jean de Meuns Fortsetzung verleumde die Frauen. Ich antwortete nicht mit Schmähungen, sondern mit Exempla, mit der Schrift und den Alten, um zu zeigen, dass Frauen Vernunft und Tugend besitzen.

In Le Livre de la Cité des Dames (1405) errichtete ich eine allegorische Stadt, geleitet von Dame Vernunft, Dame Rechtschaffenheit und Dame Gerechtigkeit, um würdige Frauen aus Geschichte und Fabeln aufzunehmen und zu ehren. Ihr Begleitwerk, Le Livre des Trois Vertus (Das Schatzhaus der Stadt der Damen), bietet einfache Ratschläge für Frauen aller Stände — Prinzessin, Bürgerin, Handwerkerin, Witwe — zu Bildung, Klugheit, Ruf und Haushaltsführung.

Ich schrieb auch die Taten und guten Sitten des weisen Königs Karl V. (um 1404) nieder, verfasste Schriften über Waffen und Rittertum (um 1410) und unternahm eine visionäre Reise entlang des Langen Studiums (1403). Ich überwachte das Abschreiben und die Illuminierung meiner Bücher für Gönner wie Königin Isabeau von Bayern und die Herzöge von Berry und Burgund. Inmitten bürgerlicher Unruhen und des englischen Krieges zog ich mich in das Dominikanerinnenkloster von Poissy zurück, wo ich 1429 froh war, Jeanne d'Arc in einem triumphalen Gedicht zu preisen.

What I Leave Behind

  • Ich erhielt meinen Unterhalt als berufliche Schriftstellerin und verdiente meinen Lebensunterhalt mit der Feder.
  • Ich stellte mich 1401–1402 Jean de Meuns Roman de la Rose entgegen wegen seiner Verleumdung der Frauen.
  • 1405 errichtete ich mit Dame Vernunft, Dame Rechtschaffenheit und Dame Gerechtigkeit die allegorische Stadt der Damen.
  • Ich schrieb Le Livre des Trois Vertus, praktische Ratschläge für Frauen aller Stände.
  • Aus dem Konvent von Poissy pries ich Jeanne d'Arc in Le Ditié de Jehanne d'Arc (1429).

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