Tizian

Tizian

1488/1490 - 27. August 1576, Venedig, Italien
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“Ich kleidete Kaiser in Pracht, doch mein letztes Gebet wird von gebrochener Farbe gesprochen, wo die Zeichnung verstummt.”

Geboren in Pieve di Cadore um 1488–1490, wurde ich als Junge nach Venedig geschickt. Zunächst lernte ich bei den Mosaikern mit Sebastiano Zuccato, dann in den Werkstätten von Gentile und Giovanni Bellini. Um 1508 arbeitete ich neben Giorgione; zusammen vertrauten wir dem colorito—der Farbe und dem lebendigen Pinselstrich—stärker als dem florentinischen disegno. Als Giorgione 1510 starb, blieb ich diesem Kurs treu und trug ihn in Altarbild, Porträt und poesie, während Venedig sich mir zuwandte.

Die Mariä Himmelfahrt für die Frari (1516–1518) verlangte Weite und aufsteigendes Licht. In der Pesaro-Madonna und Bacchus und Ariadne suchte ich Bewegung, die in Harmonie gehalten wird. Ich baute mit reichen Untermalungen, verschleierte mit Lasuren und belebte Oberflächen mit Scumbles, sodass die Haut Wärme erhielt und die Gewänder mit seidigem Glanz fielen—Wirkungen, die das Öl ermöglichte, wo die Tempera nicht ausreichte.

Porträts lehrten mich die Schwere eines Blicks. Ich gab Dogi und Patriziern ihre gemessene Würde, und für Karl V. und Philipp II. formte ich das Bild des Staates—das Reiterbildnis Karls V. (1548) und Papst Paul III. mit seinen Enkeln (ca. 1546), Gesichter, in denen Herrschaft und Gewissen zusammentreffen. Für Philipp malte ich meine poesie—Danaë, Venus und Adonis, Diana und Aktaion, Diana und Kallisto, Der Raub Europas—die Antike unmittelbar gemacht.

Im Alter wurde meine Hand freier. In der späten Pietà und der Häutung des Marsyas vertraute ich gebrochener Farbe und dunklen Harmonien. Ich unterhielt eine geschäftige Bottega und diente Höfen in ganz Italien und den habsburgischen Ländern. Im pestgeplagten Venedig endete meine Arbeit am 27. August 1576.

What I Leave Behind

  • Ich malte die Mariä Himmelfahrt (1516–1518) für Santa Maria Gloriosa dei Frari in Venedig.
  • Ich verfeinerte geschichtete Öluntermalungen, Lasuren und Scumbles, um leuchtende Haut und seidene Stoffe darzustellen.
  • Ich prägte Karls V. öffentliches Bild, besonders mit dem Reiterbildnis (1548).
  • Ich malte poesie für Philipp II.: Danaë, Venus und Adonis, Diana und Aktaion.
  • Im Spätstil suchte ich größere Freiheit in der Pietà und der Häutung des Marsyas.

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